Kreutzer no.3, oder wie man mit wenig Aufwand sich der guten Bogentechnik nähert und dabei noch Dopp

Ich habe super nette Nachbarn. Nicht nur, dass sie eine Musikerfamilie mit drei Kindern und ihren Geschrei tolerieren. Sie halten noch unsere Übereien aus, scheinen uns sogar ziemlich sympathisch zu finden und versuchen uns immer wieder zu unterstützen.

Heute zum Beispiel, bei unserem nachbarschaftlichen "Hast Du vielleicht etwas Milch/Zucker/Mehl/Eier/was-auch-immer" Tratsch, hat sich meine tolle Nachbarin bereit erklärt, meine Texte durchzulesen und zu korrigieren. Sie ist nämlich ein Profi. Das heisst, demnächst kommen besser formulierte Blogbeiträge.

Die erste, nicht gespeicherte Version war irgendwie runder und da wollte mein Komputer sie nicht speichern. Aber ich sehe es trotzdem sehr positiv, denn heute sehen meine Arbeitsbedingungen so aus:

Die kleine Prinzessin schläft superfriedlich im Garten. Ich habe nicht nur die nächste Etüde, Kreutzer No. 3 geübt, ich habe sogar angefangen, ganz kreativ daran zu denken, wie man dank der Etüde, die Saitenübergänge, Klang und Bogenführung verbessern kann. Als Bonus und kleine Nebenwirkung kommen:

1. deutlich schönere Intonation

2.verbesserte Geläufigkeit

3.geschmeidigere und sicherere Lagenwechsel

Und mein Programm läuft, den man auch hier ausdrucken kann, so ab:

1. Ganz langsam Töne kennenlernen, eher leise, erlaubt ist sogar obere Hälfte des Bogens. Wichtig: besser mehr Zeit damit zu verbringen, richtige Noten zu spielen als die falsche nachher auszumisten. Sorgfalt lohnt sich sehr.

2. Vier Mal jeden Ton wiederholen, gerne in der Mitte und ganz nah am Frosch mit Fingerstrich. Der Trick dabei ist - die Finger bleiben etwa gleich lang wie vorhin liegen, lediglich Aufprall und das Aufheben mussen sehr schnell erfolgen.

3. Genau wie in zweitem Schritt, mit sehr wenig Bogen viermal jeden Ton streichen, allerdings werden jetzt die letzte, und nachher zwei letzte Noten als Doppelgriff gespielt. Für besonders fleißige, empfiehlt sich auch mit Aufstrich anzufangen.

4. Jetzt mit sehr weichem Legato, zuerst 4, dann, 8 dann 12 und 16 auf einem Bogen streichen. Hier soll sich die linke Hand absolut entspannen, Konzentration wird dem Klang gewidmet. Um die Reibung des Bogens optimal zu nutzen, lohnt sich darauf zu achten, dass wirklich alle haare die Saiten streichen.

5. Schritt 5, ähnelt dem Nummer 4, allerdings dient er dazu, die eventuelle Akzente, unerwünschte Betonungen, Temposchwankungen und Verzögerungen, die z. B. beim Lagenwechsel entstehen können, zu nivellieren. Hier wird die Etüde Legato in Vierergruppen durchgespielt, immer um eine Sechszehntelnote verschoben.

6. Der krönende Abschluss: mit Metronom, Tempo steigernd, mit original Strichen üben.

Mässig anfangen, nach und nach immer schneller. Die Etüde wirkt sich am effektivsten aus, wenn sie konsequent eher in der unteren hälfte des Bogens gespielt wird.

Das Endtempo ist nicht sehr schnell, eher moderato.

Viel Spaß beim Üben!

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